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Mineralische oder chemische Sonnencreme: was ist tatsächlich sicherer?

Ein schlichtes Glas mit heller mineralischer Sonnencreme und ein glatter weißer Stein auf einer neutralen Leinenfläche im weichen Tageslicht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 28. Juni 202610 Min. Lesezeit

Mineralische und chemische Sonnencremes blockieren UV-Strahlung unterschiedlich und werfen verschiedene Sicherheitsfragen auf. Hier lesen Sie, was FDA und Studien zeigen, und was wir empfehlen.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Was ist der eigentliche Unterschied zwischen mineralischer und chemischer Sonnencreme?
Es ist die Art, wie sie mit ultravioletter Strahlung umgehen. Mineralische Sonnencremes verwenden Zinkoxid oder Titandioxid, zwei anorganische Mineralien, die auf der Haut liegen und UV-Strahlung überwiegend streuen und absorbieren, und das ab dem Moment des Auftragens. Chemische Sonnencremes nutzen organische, kohlenstoffbasierte Filter wie Avobenzon, Octinoxat, Oxybenzon und Octocrylen, die in die oberen Hautschichten eindringen und UV in eine geringe Wärmemenge umwandeln. Die FDA nennt die Mineralien physikalische Filter und die anderen chemische Filter. Beide erreichen hohen Lichtschutzfaktor und Breitbandschutz; die praktischen Unterschiede liegen im Hautgefühl, im Erscheinungsbild auf der Haut und in den jeweiligen Sicherheitsfragen.
Ist chemische Sonnencreme unsicher?
Die ehrliche Antwort lautet: Einige Filter werfen dokumentierte Fragen auf, andere nicht, pauschale Aussagen sind also in beide Richtungen falsch. Eine Reihe von FDA-Studien aus den Jahren 2019 bis 2020 in JAMA (Matta et al.) fand, dass sechs gängige chemische Filter, darunter Oxybenzon und Avobenzon, in einem Maße in den Blutkreislauf aufgenommen wurden, das über dem toxikologischen Schwellenwert der FDA für den Verzicht auf weitere Tests lag. Die FDA stellte ausdrücklich klar, dass Aufnahme nicht dasselbe ist wie Schaden und dass Menschen Sonnencreme weiter verwenden sollten, während die Daten erhoben werden. Oxybenzon ist der am genauesten geprüfte Filter wegen schwacher hormoneller Signale in Tierstudien und seiner hohen Aufnahme; deshalb kennzeichnen wir und die EWG ihn gezielt, statt alle chemischen Filter zu verurteilen.
Ist mineralische Sonnencreme die sicherere Wahl?
Sie hat das sauberere regulatorische Profil, weshalb wir zu ihr tendieren, aber mit einem echten Vorbehalt. Im Verordnungsentwurf der FDA von 2019 sind Zinkoxid und Titandioxid die einzigen beiden Sonnenschutz-Wirkstoffe, die die Behörde als allgemein anerkannt sicher und wirksam einstufen wollte; jeder chemische Filter wurde in eine Kategorie eingeordnet, die mehr Daten benötigt. Mineralien werden durch intakte Haut nicht nennenswert aufgenommen. Der Vorbehalt ist das Einatmen: lose Mineralpuder und manche Sprays können eingeatmet werden, und Titandioxid in Nanopartikelform ist dort die bedenkliche Variante, weshalb wir Cremes und Lotionen gegenüber Pudern und Aerosolen empfehlen. Als Lotion aufgetragen ist mineralische Sonnencreme die Option mit den wenigsten offenen Sicherheitsfragen.
Schützen mineralische Sonnencremes ebenso gut wie chemische?
Ja, bei korrekter Anwendung, und hier ist die ältere Kritik inzwischen überholt. Moderne Zinkoxid-Rezepturen bieten echten Breitbandschutz über UVA und UVB. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 im Journal of the American Academy of Dermatology bestätigte, dass Zinkoxid den breitesten UV-Bereich aller einzelnen zugelassenen Filter abdeckt. Die eigentliche Lücke in der Praxis ist die Anwendung: Mineralische Rezepturen können einen weißen Film hinterlassen, sodass Menschen eine zu dünne Schicht auftragen, und dieses Unterdosieren senkt den effektiven Lichtschutzfaktor weit stärker als die Filterart. Die beste Sonnencreme ist die, die Sie tatsächlich großzügig auftragen und nachcremen, ein Punkt, den wir in unserem Ratgeber zu mineralischer Sonnencreme aufgreifen.
Und was ist mit dem Schutz von Riffen und Umwelt?
Dies ist ein Bereich, in dem die Evidenz klar auf bestimmte chemische Filter zeigt. Studien, darunter Downs et al. 2016 in Archives of Environmental Contamination and Toxicology, brachten Oxybenzon und Octinoxat bei umweltrelevanten Konzentrationen mit Korallenbleiche und Schäden an Larven in Verbindung, weshalb Hawaii, Key West und mehrere weitere Regionen diese beiden Filter verboten haben. Nicht-nanoskaliges Zinkoxid und Titandioxid gelten allgemein als risikoärmer für Riffe, auch wenn keine Sonnencreme völlig wirkungsfrei ist. Wenn Sie im Meer schwimmen, ist eine nicht-nanoskalige mineralische Sonnencreme aus Umweltsicht die am besten vertretbare Wahl, getrennt von der Frage der menschlichen Gesundheit.
Welche sollte ich also verwenden?
Für den täglichen Gebrauch und für Kinder empfehlen wir eine nicht-nanoskalige mineralische Lotion mit Zinkoxid: Sie hat das sauberste FDA-Profil, die geringste Aufnahme und die niedrigste Riffbelastung, und der einzige nennenswerte Nachteil ist ein möglicher weißer Film, den neuere Rezepturen weitgehend gelöst haben. Wenn Sie das Hautgefühl einer chemischen Sonnencreme klar bevorzugen, wählen Sie eine ohne Oxybenzon, den am häufigsten beanstandeten Filter, und Sie haben das größte dokumentierte Bedenken ausgeräumt. Die schlechteste Wahl ist gar keine Sonnencreme: ungeschützte UV-Strahlung ist eine bestätigte Ursache für Hautkrebs, während die Filterdebatte um kleinere, noch ungelöste Unterschiede kreist. Tragen Sie großzügig auf, cremen Sie nach, und lassen Sie den Vergleich nicht zum Grund werden, den Schutz wegzulassen.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01Matta et al. 2020, Effect of sunscreen application on plasma concentration of sunscreen active ingredients, JAMA
  2. 02US FDA, Sunscreen: How to help protect your skin from the sun (proposed rule, GRASE status of zinc oxide and titanium dioxide)
  3. 03Downs et al. 2016, Toxicopathological effects of oxybenzone on coral planulae, Archives of Environmental Contamination and Toxicology
  4. 04EWG, The trouble with oxybenzone and other sunscreen chemicals
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