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PlasticFreeLab
Das Erklärstück· Küche

Plastik-Schneidebretter und Mikroplastik, ruhig eingeordnet

Ein hoelzernes Schneidebrett mit frischem Gemuese neben einem Messer auf einer hellen Kuechenflaeche im weichen Tageslicht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 10. August 20268 Min. Lesezeit

Eine Studie von 2024 fand, dass Schneiden auf Plastikbrettern Mikroplastik ins Essen abgeben kann. Hier stehen die Zahlen, ihre Grenzen und die einfache, sinnvolle Konsequenz.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Geben Plastik-Schneidebretter wirklich Mikroplastik ab?
Ja, und das ist plausibel, wenn man daran denkt, was ein Brett aushaelt. Eine 2024 in Environmental Science and Technology veroeffentlichte Arbeit (Yadav und Kollegen) zeigte, dass das Hacken auf Polyethylen- und Polypropylenbrettern sichtbare Schnittspuren hinterlaesst und dabei Mikroplastikpartikel freisetzt, die im Essen landen koennen. Das ist kein ueberraschender Befund: Ein Messer schneidet bei jedem Hieb winzige Mengen Kunststoff aus der Oberflaeche, genau wie es die Rillen zeigen, die ein gebrauchtes Plastikbrett mit der Zeit bekommt.
Wie viel Mikroplastik ist das?
Nach der Studie potenziell viel in der Partikelzahl, aber die Einordnung ist wichtig. Die Autoren schaetzten, je nach Schneidegewohnheiten und Material, eine Groessenordnung von einigen zehn Gramm Mikroplastik pro Person und Jahr aus dem Schneidebrett, was in der Partikelzahl hoch klingt. Zugleich betonten sie, dass eine erste Zelluntersuchung keine auffaellige Giftwirkung dieser Partikel zeigte und dass die gesundheitliche Bedeutung offen bleibt. Der Befund zeigt also einen realen, bisher uebersehenen Weg der Aufnahme, keine belegte Gefahr.
Sind Holzbretter die bessere Wahl?
Bei der Mikroplastikfrage ja, mit einer Hygiene-Nuance. Ein Holz- oder Bambusbrett gibt beim Schneiden kein Plastik ab, was es fuer diese spezielle Frage klar besser macht, und gut gepflegtes Hartholz hat sogar leicht antibakterielle Eigenschaften. Die Nuance ist, dass Holz Pflege braucht, also gruendliches Trocknen und gelegentliches Einoelen, und nicht in die Spuelmaschine gehoert. Fuer rohes Fleisch nutzen manche aus Hygienegruenden ein separates, leicht zu reinigendes Brett. Wir vergleichen die Optionen in unserem Ratgeber zum besten schadstofffreien Schneidebrett.
Muss ich mein Plastikbrett sofort wegwerfen?
Nein, ein sofortiger Wurf ist nicht noetig, aber ein bewusster Umgang lohnt sich. Am meisten Partikel gibt ein Brett ab, wenn es stark zerkratzt und zerfurcht ist, also tauschen Sie vor allem alte, tief eingekerbte Plastikbretter aus, da die Rillen zugleich Keime beherbergen. Wenn Sie ohnehin ein neues Brett brauchen, ist Holz oder Bambus die sinnvolle Wahl. Ein wenig genutztes, glattes Plastikbrett muss nicht in den Muell, aber beim naechsten Kauf ist der Wechsel der einfache Schritt.
Was ist mit Glas- oder Bambusbrettern?
Beide vermeiden das Plastikproblem, mit unterschiedlichen Kompromissen. Bambus gibt wie Holz kein Mikroplastik ab, ist hart und nachhaltig, kann aber die Messerklinge etwas schneller stumpf machen und braucht dieselbe Pflege wie Holz. Glas gibt ebenfalls kein Plastik ab und ist sehr hygienisch, ist aber hart genug, um Messer merklich stumpf zu machen, und kann laut sein und splittern. Fuer die meisten Kuechen ist ein gut gepflegtes Holz- oder Bambusbrett der beste Kompromiss aus Mikroplastikvermeidung, Messerschonung und Hygiene.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01Yadav et al., Environmental Science & Technology (2024), Cutting boards as a source of microplastics in food
  2. 02WHO (2019), Microplastics in drinking-water
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Das PlasticFreeLab-Team

Eine kleine Gruppe aus Recherchierenden und Schreibenden, die durch das Rauschen rund um schadstoff­armes Leben hindurchhört. Wir lesen die Studien, lesen die Etiketten, prüfen die Produkte – und passen unsere Empfehlungen an, sobald die Wissenschaft sich weiterbewegt. Wir nehmen kein Geld für Produkt­platzierungen, legen jede Affiliate-Beziehung offen und nennen die Marken, die wir ablehnen.

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