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PlasticFreeLab
Das Erklärstück· Mikroplastik

Mikroplastik im Kaugummi, ruhig eingeordnet

Ein einzelner Kaugummistreifen in schlichter Papierhuelle neben einem Glas Wasser auf einer hellen Holzflaeche im weichen Licht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 7. August 20267 Min. Lesezeit

Eine Studie von 2025 fand, dass Kaugummi beim Kauen Mikroplastik freisetzen kann. Hier steht, warum das so ist, wie viel es wirklich ist und was ein vernuenftiger Umgang damit bedeutet.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Ist wirklich Plastik im Kaugummi?
Bei den meisten herkoemmlichen Kaugummis ja, und das ist kein Skandal, sondern lange bekannt. Die Kaumasse, in der Zutatenliste oft nur als Kaugummibase bezeichnet, besteht bei den gaengigen Marken aus synthetischen Polymeren, also im Kern aus lebensmitteltauglichem Kunststoff, der dem Kaugummi seine kaubare Konsistenz gibt. Eine 2025 auf einer Fachtagung vorgestellte Studie zeigte, dass beim Kauen kleine Mengen Mikroplastik aus dieser Base in den Speichel uebergehen koennen. Neu ist also nicht das Plastik im Kaugummi, sondern die Messung, dass ein Teil davon beim Kauen freigesetzt wird.
Wie viel Mikroplastik nehme ich beim Kauen auf?
Nach der bisherigen, noch vorlaeufigen Messung eine kleine Menge, und die Einordnung ist wichtig. Die 2025 vorgestellte Untersuchung schaetzte, dass ein Stueck Kaugummi im Schnitt einige Hundert Mikroplastikpartikel in den Speichel abgeben kann, wobei der groesste Teil in den ersten Minuten des Kauens austritt. Das klingt nach viel, liegt aber in der Groessenordnung dessen, was ohnehin ueber Wasser und Nahrung aufgenommen wird, und die Studie war klein und noch nicht abschliessend begutachtet. Sie zeigt einen plausiblen Weg der Aufnahme, keine belegte Gesundheitsgefahr.
Gibt es Kaugummi ohne Plastik?
Ja, und das ist die praktischste Antwort. Sogenannter Naturkaugummi nutzt statt synthetischer Polymere Chicle, den getrockneten Milchsaft des Sapotillbaums, oder aehnliche Baumharze als Kaumasse. Diese Sorten enthalten in der Kaumasse kein synthetisches Plastik und sind in Bioläden und online erhaeltlich. Ehrlich zu nennen ist, dass sie oft teurer sind, eine etwas andere Konsistenz haben und die Kaumasse dennoch als natuerliches Polymer beim Kauen feine Partikel abgeben kann, wenn auch pflanzlichen Ursprungs. Wer Plastik im Kaugummi vermeiden will, findet hier die einfachste Alternative.
Sollte ich mit dem Kaugummikauen aufhoeren?
Aus Sorge vor Mikroplastik allein ist das nicht noetig, aber es ist ein leichter Verzicht, wenn er Sie beruhigt. Die aufgenommene Menge ist nach heutigem Stand klein und die gesundheitliche Bedeutung unklar, sodass Kaugummi keine besondere Ausnahme unter den vielen Alltagsquellen von Mikroplastik ist. Wenn Sie ohnehin weniger Plastik aufnehmen wollen, ist ein Wechsel zu Naturkaugummi oder schlicht seltener kauen ein einfacher, kostenarmer Schritt. Panik ist nicht angebracht, eine ruhige, bewusste Wahl schon.
Was sind die groesseren Quellen von Mikroplastik in der Ernaehrung?
Kaugummi ist eher eine kleine, sichtbare Quelle, die groesseren liegen anderswo. Nach heutiger Forschung tragen vor allem Wasser, insbesondere Flaschenwasser, Meeresfruechte und Salz sowie in Plastik erhitzte oder gelagerte Speisen zur Aufnahme bei, und Hitze plus Plastik setzt dabei am meisten frei. Wer die Belastung senken will, erreicht mit gefiltertem Leitungswasser, dem Verzicht auf das Erhitzen von Speisen in Plastik und der Lagerung in Glas oder Edelstahl mehr als mit dem Verzicht auf Kaugummi. Wir ordnen die Quellen in unserem Ratgeber dazu, woher Mikroplastik kommt.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01American Chemical Society (2025), Chewing gum releases microplastics into saliva (meeting research)
  2. 02WHO (2019), Microplastics in drinking-water
Zur Verfasserschaft

Das PlasticFreeLab-Team

Eine kleine Gruppe aus Recherchierenden und Schreibenden, die durch das Rauschen rund um schadstoff­armes Leben hindurchhört. Wir lesen die Studien, lesen die Etiketten, prüfen die Produkte – und passen unsere Empfehlungen an, sobald die Wissenschaft sich weiterbewegt. Wir nehmen kein Geld für Produkt­platzierungen, legen jede Affiliate-Beziehung offen und nennen die Marken, die wir ablehnen.

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