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PlasticFreeLab
Das Erklärstück· Mikroplastik

Mikroplastik in Lebensmitteln, ruhig eingeordnet

Frische Lebensmittel in Glasschalen auf einer hellen Kuechenflaeche neben einer Karaffe gefilterten Wassers im weichen Tageslicht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 7. August 20268 Min. Lesezeit

Mikroplastik ist in vielen Lebensmitteln nachweisbar, von Meeresfruechten bis Salz. Hier stehen die wichtigsten Quellen, was die Forschung zeigt und welche einfachen Schritte die Aufnahme senken.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

In welchen Lebensmitteln steckt am meisten Mikroplastik?
Nach heutiger Forschung sind es vor allem einige klar benennbare Gruppen. Meeresfruechte, besonders Muscheln und andere Schalentiere, die Wasser filtern, gehoeren zu den staerker belasteten Lebensmitteln, ebenso Speisesalz, in dem je nach Herkunft Partikel nachgewiesen wurden, und Getraenke, allen voran Flaschenwasser. Dazu kommen Speisen, die in Plastik erhitzt oder gelagert wurden, da Hitze und Abrieb Partikel freisetzen. Obst und Gemuese enthalten meist weniger, koennen aber ueber Wasser und Boden Spuren aufnehmen. Die Belastung verteilt sich also breit, konzentriert sich aber auf diese wenigen Quellen.
Wie gelangt Mikroplastik ueberhaupt in die Nahrung?
Auf zwei Hauptwegen, und beide sind gut nachvollziehbar. Der erste ist die Umwelt: Plastik zerfaellt in Wasser und Boden zu winzigen Partikeln, die Tiere und Pflanzen aufnehmen und die so in die Nahrungskette gelangen, weshalb Meeresfruechte und Salz betroffen sind. Der zweite ist der direkte Kontakt bei Verarbeitung und Verpackung: Wasser aus Plastikflaschen nimmt Partikel aus der Flasche selbst auf, und in Plastik erhitzte oder geschnittene Speisen bekommen Abrieb ab. Der zweite Weg ist der, den man im eigenen Haushalt am leichtesten beeinflusst.
Ist Mikroplastik in Lebensmitteln gefaehrlich?
Nach heutigem Stand ist ein Schaden beim Menschen nicht belegt, und diese Ehrlichkeit ist wichtiger als eine Vereinfachung in die eine oder andere Richtung. Die Weltgesundheitsorganisation kam 2019 fuer Trinkwasser zu dem Schluss, dass Mikroplastik auf der bisher duennen Datenbasis kein erkennbares Risiko darstellt, betonte aber den Forschungsbedarf. Labor- und Tierstudien zeigen, dass Partikel Entzuendungsreaktionen ausloesen koennen, doch ein belegter Zusammenhang mit Erkrankungen beim Menschen ueber die Nahrung fehlt. Die richtige Beschreibung ist Unsicherheit, nicht erwiesene Gefahr.
Wie senke ich die Aufnahme ueber die Nahrung?
Ein paar einfache Schritte decken den groessten Teil ab, ohne dass Sie Ihre Ernaehrung umstellen muessen. Trinken Sie gefiltertes Leitungswasser statt Flaschenwasser, das laut einer PNAS-Studie von 2024 besonders viele Partikel enthielt. Erhitzen Sie Speisen nicht in Plastik und fuellen keine heissen Gerichte in Plastikbehaelter, sondern nutzen Glas oder Edelstahl. Bewahren Sie Lebensmittel in Glas statt in Plastik auf. Diese Schritte wirken vor allem auf den direkten Kontaktweg, der im Haushalt am besten steuerbar ist. Wir sammeln die praktischen Schritte in unserem Ratgeber zum Vermeiden von Mikroplastik.
Muss ich auf Meeresfruechte oder Salz verzichten?
Nein, ein Verzicht ist nach heutigem Stand nicht noetig und waere eine ueberzogene Reaktion. Meeresfruechte und Salz enthalten zwar messbar Partikel, liefern aber wichtige Naehrstoffe, und die aufgenommene Menge ist im Verhaeltnis zur gesamten Umweltbelastung klein. Sinnvoller als Verzicht ist es, bei den leicht steuerbaren Quellen anzusetzen, also bei Wasser und beim Erhitzen und Lagern in Plastik. Eine abwechslungsreiche Ernaehrung bleibt die richtige Grundlage, und die Mikroplastikfrage aendert daran wenig.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01WHO (2019), Microplastics in drinking-water
  2. 02Cox et al., Environmental Science & Technology (2019), Human consumption of microplastics
  3. 03Qian et al., PNAS (2024), Rapid single-particle chemical imaging of nanoplastics in bottled water
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Eine kleine Gruppe aus Recherchierenden und Schreibenden, die durch das Rauschen rund um schadstoff­armes Leben hindurchhört. Wir lesen die Studien, lesen die Etiketten, prüfen die Produkte – und passen unsere Empfehlungen an, sobald die Wissenschaft sich weiterbewegt. Wir nehmen kein Geld für Produkt­platzierungen, legen jede Affiliate-Beziehung offen und nennen die Marken, die wir ablehnen.

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