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PlasticFreeLab
Das Erklärstück· Mikroplastik

Teebeutel und Mikroplastik: Was die Evidenz tatsächlich zeigt

Eine schlichte Keramiktasse mit losem Tee und einem Edelstahlsieb auf einem Holztisch im weichen Morgenlicht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 24. Juni 20269 Min. Lesezeit

Viele Teebeutel geben pro Tasse Milliarden Mikroplastikpartikel ab. Hier lesen Sie, was die Studien gemessen haben, welche Beutel betroffen sind und welche einfachen, günstigen Alternativen das vermeiden.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Geben Teebeutel wirklich Mikroplastik in die Tasse ab?
Viele tun das. Eine Studie aus dem Jahr 2019 in Environmental Science & Technology (Hernandez et al.) brühte einen einzelnen Kunststoff-Teebeutel bei 95 Grad Celsius auf und maß dabei etwa 11,6 Milliarden Mikroplastik- und 3,1 Milliarden Nanoplastikpartikel, die in eine einzige Tasse freigesetzt wurden. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in Chemosphere (Banaei et al.) bestätigte, dass Teebeutel aus Polypropylen, Nylon und Zellulose beim Kontakt mit heißem Wasser alle Partikel abgeben, wobei Polypropylen am meisten abgab. Nicht jeder Beutel ist betroffen: Ein flacher Papierbeutel ohne Kunststoffversiegelung gibt deutlich weniger Partikel ab als ein pyramidenförmiger Netzbeutel aus Kunststoff.
Welche Teebeutel enthalten Kunststoff?
Zwei Arten sind das Hauptproblem. Die neueren pyramiden- oder seidenartigen Netzbeutel bestehen häufig aus Polypropylen, Nylon oder PET, also aus Kunststoff. Auch viele herkömmliche flache Papierbeutel sind mit einer dünnen Polypropylenschicht heißversiegelt, damit die Ränder im heißen Wasser geschlossen bleiben, obwohl der Beutel wie Papier aussieht. Beutel, die mit einer Klammer, einer Faltung oder einem Faden mit Anhänger statt mit einer Heißsiegelung verschlossen sind, sowie Beutel, die ein Hersteller ausdrücklich als plastikfrei kennzeichnet, sind die partikelärmeren Optionen.
Ist das Mikroplastik aus Teebeuteln gesundheitsschädlich?
Die Belastung ist dokumentiert, die gesundheitliche Wirkung wird noch erforscht, und wir werden das nicht übertreiben. Die Studie von Hernandez aus dem Jahr 2019 setzte Wasserflöhe den freigesetzten Partikeln aus und beobachtete Verhaltens- und Entwicklungseffekte, doch das ist ein Tiermodell, kein Befund beim Menschen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt zu dem Schluss, dass die derzeitige Evidenz noch keine vollständige Risikobewertung von Mikroplastik in Lebensmitteln erlaubt. Wir betrachten das Vermeiden einer leicht ausschaltbaren Quelle als vernünftige Vorsorge, nicht als Notfall.
Spielt es eine Rolle, wie heiß das Wasser ist?
Ja. Die Partikelfreisetzung steigt mit der Temperatur deutlich an, weil Hitze das Polymernetz aufweicht und schädigt. Die Studie von 2019 verwendete nahezu kochendes Wasser bei 95 Grad Celsius, was für Schwarztee üblich ist, und genau dort war die Abgabe am höchsten. Grünen oder weißen Tee bei niedrigerer Temperatur aufzubrühen, setzt weniger Partikel frei, doch die zuverlässigste Lösung besteht darin, den Kunststoff ganz aus der Tasse zu nehmen, statt kühler zu brühen.
Ist loser Tee tatsächlich plastikfrei?
Loser Tee, der mit einem Sieb aus Edelstahl oder Glas aufgebrüht wird, kommt ganz ohne Beutel aus, sodass es kein Polymernetz gibt, das Partikel abgeben könnte. Das ist die sauberste Option und meist auch die günstigste pro Tasse. Achten Sie auf zwei Dinge: Vermeiden Sie Tee-Eier aus Nylon oder Kunststoffnetz, die das Problem wieder einführen, und wählen Sie stattdessen ein Edelstahlsieb oder eine Glaskanne mit eingebautem Sieb.
Und was ist mit kompostierbaren oder „biologisch abbaubaren“ Teebeuteln?
Lesen Sie das Etikett genau. Manche als biologisch abbaubar beworbenen Beutel bestehen aus PLA, einem pflanzenbasierten Biokunststoff, der in heißem Wasser dennoch Partikel abgibt und nur in einer industriellen Anlage kompostiert, nicht im heimischen Komposter. Die Chemosphere-Studie von 2024 fand, dass auch Beutel auf Zellulosebasis Partikel abgaben, wenn auch weniger als Polypropylen. Ein wirklich ungebleichter Papierbeutel ohne Kunststoffversiegelung oder loser Tee bleibt die am besten überprüfbare Wahl.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01Hernandez et al. 2019, Plastic teabags release billions of microparticles and nanoparticles into tea, Environmental Science & Technology
  2. 02Banaei et al. 2024, Teabag-derived micro/nanoplastics under simulated brewing conditions, Chemosphere
  3. 03EFSA, Presence of microplastics and nanoplastics in food, Scientific Opinion
  4. 04Marfella et al. 2024, Microplastics and nanoplastics in atheromas and cardiovascular events, New England Journal of Medicine
  5. 05US EPA, Microplastics research and drinking water
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Das PlasticFreeLab-Team

Eine kleine Gruppe aus Recherchierenden und Schreibenden, die durch das Rauschen rund um schadstoff­armes Leben hindurchhört. Wir lesen die Studien, lesen die Etiketten, prüfen die Produkte – und passen unsere Empfehlungen an, sobald die Wissenschaft sich weiterbewegt. Wir nehmen kein Geld für Produkt­platzierungen, legen jede Affiliate-Beziehung offen und nennen die Marken, die wir ablehnen.

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