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Das Erklärstück· Mikroplastik

Entfernt Abkochen Mikroplastik? Was die Studie zeigt

Ein Topf klaren Wassers auf einem Herd neben einer Glaskaraffe und einem einfachen Sieb auf einer hellen Kuechenflaeche.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 6. August 20268 Min. Lesezeit

Eine Studie von 2024 fand, dass Abkochen und anschliessendes Abgiessen einen grossen Teil des Mikroplastiks aus hartem Leitungswasser entfernen kann. Hier steht, was das heisst und wo die Grenzen liegen.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Entfernt Abkochen wirklich Mikroplastik?
Teilweise ja, und der Mechanismus ist der interessante Teil. Eine 2024 in Environmental Science and Technology Letters veroeffentlichte Arbeit (Yu und Kollegen) zeigte, dass sich beim Abkochen von hartem Leitungswasser Kalk (Calciumcarbonat) bildet, der die Plastikpartikel einschliesst und mit ihnen als Bodensatz ausfaellt. In hartem Wasser entfernte diese Kombination aus Abkochen und anschliessendem Abgiessen oder Filtern des Bodensatzes in der Studie bis zu rund 90 Prozent der winzigen Partikel. Der entscheidende Punkt ist, dass nicht die Hitze das Plastik zerstoert, sondern der Kalk es bindet, weshalb der Effekt stark davon abhaengt, wie hart Ihr Wasser ist.
Funktioniert das auch bei weichem Wasser?
Deutlich schlechter, und das ist die wichtigste Einschraenkung. Weil der Reinigungseffekt vom ausfallenden Kalk abhaengt, entfernt Abkochen bei weichem, kalkarmem Wasser nur einen kleinen Teil der Partikel, da schlicht wenig Calciumcarbonat entsteht, das sie einschliessen koennte. Wenn Sie in einer Region mit weichem Wasser leben, ist Abkochen also kein verlaesslicher Weg, um Mikroplastik zu senken. In diesem Fall ist ein geeigneter Filter die sinnvollere Loesung, und wir vergleichen die Optionen in unserem Ratgeber zu den besten Filtern gegen Mikroplastik.
Muss ich das Wasser nach dem Abkochen filtern?
Ja, das gehoert zwingend dazu, sonst geht der Effekt verloren. Das Abkochen bindet die Partikel in Kalkflocken, aber diese Flocken bleiben im Wasser, bis Sie sie entfernen. In der Studie wurde das abgekuehlte Wasser durch ein einfaches Sieb oder einen Kaffeefilter gegeben, um den Bodensatz zurueckzuhalten. Ohne diesen Schritt trinken Sie die eingeschlossenen Partikel einfach wieder mit. Praktisch heisst das: abkochen, abkuehlen lassen, sodass sich der Bodensatz absetzt, und dann vorsichtig abgiessen oder durch einen Filter giessen.
Ist Abkochen besser als ein Wasserfilter?
Nicht wirklich, es ist eher eine kostenlose Teilloesung fuer hartes Wasser. Abkochen ist gratis und ohne Ausruestung moeglich, entfernt aber nur bei hartem Wasser zuverlaessig Partikel, verbraucht Energie und liefert kein trinkfertiges kaltes Wasser fuer den Alltag. Ein guter Filter, etwa mit Aktivkohle plus Feinfiltration oder eine Umkehrosmoseanlage, arbeitet unabhaengig von der Wasserhaerte und liefert dauerhaft gefiltertes Wasser. Fuer viele Haushalte ist Abkochen ein nuetzlicher Notbehelf, ein passender Filter aber die verlaesslichere Dauerloesung.
Was ist der einfachste Weg, Mikroplastik im Trinkwasser zu senken?
Fuer die meisten Menschen ist ein guter Filter der praktischste Schritt, ergaenzt um ein paar Gewohnheiten. Ein Filter, der fein genug ist, senkt Partikel unabhaengig davon, wie hart Ihr Wasser ist, und liefert jederzeit trinkfertiges Wasser. Dazu hilft es, Flaschenwasser zu meiden, da es laut einer PNAS-Studie von 2024 besonders viele Partikel enthielt, und Wasser in Glas oder Edelstahl statt in Plastik aufzubewahren. Abkochen ist eine sinnvolle kostenlose Ergaenzung, wenn Ihr Wasser hart ist. Die Filteroptionen ordnen wir in unserem Ratgeber zur Wahl des richtigen Wasserfilters.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01Yu et al., Environmental Science & Technology Letters (2024), Drinking boiled tap water reduces human intake of nanoplastics and microplastics
  2. 02Qian et al., PNAS (2024), Rapid single-particle chemical imaging of nanoplastics in bottled water
  3. 03WHO (2019), Microplastics in drinking-water
Zur Verfasserschaft

Das PlasticFreeLab-Team

Eine kleine Gruppe aus Recherchierenden und Schreibenden, die durch das Rauschen rund um schadstoff­armes Leben hindurchhört. Wir lesen die Studien, lesen die Etiketten, prüfen die Produkte – und passen unsere Empfehlungen an, sobald die Wissenschaft sich weiterbewegt. Wir nehmen kein Geld für Produkt­platzierungen, legen jede Affiliate-Beziehung offen und nennen die Marken, die wir ablehnen.

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