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PlasticFreeLab
Das Erklärstück· Mikroplastik

Mikroplastik vermeiden: die Änderungen, die wirklich zählen

Ein schlichtes Glas Wasser und eine Edelstahlflasche auf einer Holzarbeitsplatte neben einer Glasvorratsdose im weichen Morgenlicht.

Von Das PlasticFreeLab-TeamAktualisiert am 24. Juni 202611 Min. Lesezeit

Mikroplastik lässt sich nicht völlig vermeiden. Aber Sie können Ihre größten Belastungsquellen senken. Hier sind die neun Änderungen, die etwas bewirken, nach Evidenz geordnet.

Die FAQ

Was Lesende als Nächstes fragen.

Kann man Mikroplastik vollständig vermeiden?
Nein, und jeder Ratgeber, der etwas anderes verspricht, verkauft Ihnen etwas. Mikroplastik findet sich in Regen, Boden, Speisesalz, Meeresfrüchten und der Raumluft. Eine 2019 im Auftrag des WWF von der University of Newcastle durchgeführte Übersichtsarbeit schätzte, dass Menschen pro Woche möglicherweise die Plastikmenge einer Kreditkarte aufnehmen, eine Zahl, die später als zu hoch kritisiert wurde. Die Grundaussage bleibt: Die Belastung ist allgegenwärtig. Das realistische Ziel ist, die größten und am ehesten kontrollierbaren Quellen zu senken, nicht null zu erreichen.
Was ist die größte Mikroplastikquelle in Lebensmitteln?
Für die meisten Menschen ist es Kunststoff in Kontakt mit heißen oder fettigen Speisen sowie Flaschenwasser. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in PNAS (Qian et al.) zählte mit einer neuen Bildgebungsmethode Nanoplastik in Flaschenwasser und fand rund 240.000 Partikel pro Liter, etwa 10- bis 100-mal mehr als frühere Schätzungen, die nur größeres Mikroplastik erfassten. Auch das Erhitzen von Speisen in Kunststoff treibt die Migration an: Eine Studie aus dem Jahr 2023 in Environmental Science and Technology fand, dass das Erwärmen von Kunststoffbehältern in der Mikrowelle Millionen Mikroplastik- und Milliarden Nanoplastikpartikel pro Quadratzentimeter freisetzte. Flaschenwasser durch gefiltertes Leitungswasser in Glas oder Edelstahl zu ersetzen und niemals Kunststoff in der Mikrowelle zu erhitzen, sind die beiden wirkungsvollsten Maßnahmen.
Entfernt das Abkochen von Wasser Mikroplastik?
Bei hartem Wasser teilweise. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in Environmental Science and Technology Letters (Yu et al.) fand, dass das Abkochen von hartem Leitungswasser dazu führte, dass gelöstes Calciumcarbonat auskristallisierte und Mikroplastik einschloss, was bei anschließendem Abfiltern des Kalks bis zu etwa 80 bis 90 Prozent entfernte. Bei weichem Wasser war der Effekt viel schwächer, da es wenig Mineralien zur Kalkbildung enthält. Abkochen ist eine günstige Teilmaßnahme für Haushalte mit hartem Wasser, doch ein zertifizierter Filter ist der verlässlichere Weg. Welche Filter wirken, behandeln wir in unserem Wasserfilter-Ratgeber.
Geben Schneidebretter aus Kunststoff Mikroplastik an Lebensmittel ab?
Ja, messbar. Eine Studie aus dem Jahr 2023 in Environmental Science and Technology (Yadav et al.) schätzte, dass das Schneiden auf einem Brett aus Polyethylen oder Polypropylen pro Person und Jahr zig Millionen Mikroplastikpartikel freisetzen kann, abhängig von Schneidstil und Brettmaterial. Die Forschenden merkten an, dass die toxikologische Bedeutung noch unklar ist, was der ehrliche Vorbehalt ist. Dennoch beseitigt ein Brett aus Holz oder Stirnholz diese Quelle kostengünstig vollständig, weshalb es auf unserer Liste steht.
Ist Mikroplastik tatsächlich gesundheitsschädlich?
Die Belastung ist dokumentiert, die gesundheitliche Wirkung wird noch erforscht. Eine Studie aus dem Jahr 2024 im New England Journal of Medicine (Marfella et al., n=257) fand Mikro- und Nanoplastik in den Plaques der Halsschlagader bei etwa 58 Prozent der Patienten, und diese Patienten hatten über rund 34 Monate eine 4,5-mal höhere Rate an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod. Das ist ein Zusammenhang, kein Kausalitätsbeweis, und die Autoren sagen das auch so. Behörden wie die EFSA kommen zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz noch keine vollständige Risikobewertung erlaubt. Wir betrachten die Verringerung der Belastung als vernünftige Vorsorge, nicht als Notfall.
Geben Teebeutel Mikroplastik ab?
Viele tun das. Eine Studie aus dem Jahr 2019 in Environmental Science and Technology (Hernandez et al.) fand, dass ein einziger Kunststoff-Teebeutel, der bei 95 Grad Celsius zog, etwa 11,6 Milliarden Mikroplastik- und 3,1 Milliarden Nanoplastikpartikel in die Tasse freisetzte. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in Chemosphere bestätigte, dass Teebeutel aus Polypropylen, Nylon und Zellulose beim Aufbrühen alle Partikel abgeben. Loser Tee mit einem Edelstahlsieb oder Papierbeutel, deren Plastikfreiheit der Hersteller bestätigt, vermeidet das vollständig.
Belege

Quellen, die wir auf dieser Seite zitieren.

  1. 01Qian et al. 2024, Rapid single-particle imaging of nanoplastics in bottled water, PNAS
  2. 02Hussain et al. 2023, Release of microplastics from plastic food containers when heated, Environ. Sci. Technol.
  3. 03Yu et al. 2024, Drinking boiled tap water reduces nanoplastic and microplastic uptake, Environ. Sci. Technol. Lett.
  4. 04Marfella et al. 2024, Microplastics and nanoplastics in atheromas and cardiovascular events, New England Journal of Medicine
  5. 05EFSA, Presence of microplastics and nanoplastics in food, Scientific Opinion
  6. 06US EPA, Microplastics research and drinking water
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